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Interview - deutsch

Interview mit Tex Warner

Wann sind Sie eigentlich mit Musik in Berührung gekommen?

Tex Warner:
Ich mochte Musik schon als kleiner Junge recht gern. Als 14-jähriger trug ich Zeitschriften aus und verdiente mir etwas Geld damit, um mein Taschengeld aufzubessern. Ich sparte fast ein ganzes Jahr, um mir dann bei einem Versandhaus eine billige Gitarre erstehen zu können.
Mit Country Music bzw. damals noch als "Hillbilly Music" oder "Country & Western Music" bekannt, kam ich 1959 in Berührung. Der amerikanische Soldatensender AFN Munich hatte tägliche Country Music Shows, die ich selten versäumte anzuhören. Damals war mir gar nicht bewusst, dass Country Music erst so richtig in den U.S.A. zu wachsen begann.
Bereits damals träumte ich von einer eigenen Band.

Wann gab es dann diese Band?

Tex Warner:
1967 war das Jahr, wo ich ein paar Musiker fand, die bereit waren, Country Music zu spielen. Die meisten Musiker wollten jedoch nicht ausschließlich Country machen, da ihrer Meinung nach damit kein Geld zu verdienen war.
Sicher, wir hatten anfänglich nur ein paar wenige Auftritte für wenig Geld, doch für mich gab es nur eine Devise, die auch heute noch gilt: "Ich mache Country Music oder gar keine." 1969 ging es dann aufwärts. Wir spielten in allen US Militär Clubs in ganz Süddeutschland.

Was waren die Einflüsse? Warum waren Sie so sehr auf Country Music eingeschworen?

Tex Warner:
Der erste Country Song, den ich hörte, war: "I'm sorry for you my friend" gesungen von Hank Williams, sr. Hank Williams hatte eine Art, seine Lieder zu präsentieren, die mich sehr beeindruckte. Das Gefühl, die Ehrlichkeit und die Einfachheit in den Liedern haben mich überzeugt.
Hank Williams ist sicherlich die wichtigste Country Music Persönlichkeit für mich. Doch auch Jimmie Rodgers, der "Mississippi Blue Yodeler" und insbesondere der legendäre Lefty Frizzell hinterließen für mich entscheidende Eindrücke.
Ich versuche jedoch meinen eigenen Stil zu präsentieren, denn es gibt ja bereits einen Johnny Cash oder einen Waylon Jennings etc.
Ich finde es nicht gut, Country Sänger zu kopieren. Wie kann ich meine eigenen Gefühle übermitteln, wenn ich einen anderen kopiere? Es ist eigentlich schade, dass sich heute fast alles  ähnelt. Das hängt sicherlich damit zusammen, dass Country Music heute wie Pop-Musik nur noch kommerziellen Erfolg haben muss. Stilisten sind nicht mehr so gefragt. Man muss sich gut verkaufen können. Ganz am Schluss kommt dann die Frage, ob man auch singen kann.

Was war eigentlich das aufregendste Erlebnis in Ihrer musikalischen Karriere?

Tex Warner:
Als ich 1970 das erste Mal nach Nashville, Tennessee kam, wohnte ich bei einem Grand Ole Opry Star, den ich auf einer Deutschland-Tournee kennen lernte.
Er nahm mich mit zur Grand Ole Opry, wo er selbst auftrat. Es war damals noch im alten "Ryman Auditorium". Er stellte mich auf der Bühne dem Publikum als Country Sänger aus Deutschland vor. Es war für mich wie in einem Traum, als ich viele der großen Stars, die ich ja nur vom Radio und von Büchern her kannte, persönlich kennen lernen durfte.

Wie würden Sie Ihre Stilrichtung in der Country Music bezeichnen?

Tex Warner:
Ich sehe meine Stilrichtung irgendwo zwischen "Hard Country", "Honky Tonk Music" und "Nashville Sound", heute würde man es “traditionelle Country Music” bezeichnen.

Hard Country, da ich darunter die klassische Country Music verstehe, die nicht durch Rock oder Blues-Stile beeinflusst ist.

Honky Tonk Music, da diese Music über das Leben wie es ist, berichtet. z.B. über Familienkrisen, Trinkprobleme, einfach das Verhalten der Menschen untereinander.

Nashville Sound, da diese Richtung "relaxed" gespielt wurde. Sie ist sauber (auch in der Sprache) und "southern".

Heute nennt man es “traditional Country Music”

Warum singen Sie nicht Country Songs in deutscher Sprache?

Tex Warner:
Gibt es deutsche Country Music? Gibt es beispielsweise amerikanische "Bayerische Folkloristische Musik" in englischer Sprache?
Ich wollte Ihre Frage absichtlich mit zwei Gegenfragen beantworten. Für mich gibt es American Country Music nur in der Originalsprache. Country Music ist eine der wenigen wirklich in den U.S.A. entwickelten Musikrichtungen und kann für mich in einer Fremdsprache nicht mehr das ausdrücken, was es aussagen soll.

So genannte deutsche Country Songs sind für mich Schlager, wie sie bereits in den 50er Jahren gemacht wurden. Vielfach wird leider von den Medien in Deutschland Country Music mit Cowboy-Romantik verbunden, was ich nicht richtig finde. Es ist meiner Meinung nach nicht positiv für die Country Music.

Cowboy und Western Music gab es eigentlich nur in den alten B-Western der 30er bis 50er Jahre mit hervorragenden Gruppen wie z.B. The Sons of The Pioneers (Cool Water) oder Cowboy Sängern wie Gene Autry, Roy Rogers, Tex Ritter und vielen weiteren.

Warum haben Sie diese Meinung?

Tex Warner:
Ich wurde wiederholt von Country Music Fans angesprochen, dass Country Music Veranstaltungen häufig einen Touch von Cowboy-Club Atmosphäre haben. Insbesondere wenn die Zuschauer mit Holster und Sporen erscheinen. Damit wird ein erheblicher Teil von Country Music Fans vom Kommen abgehalten.

Schreiben Sie auch selbst Lieder?

Tex Warner:
Ja, ich habe bis jetzt ca. 30 Lieder geschrieben, die jedoch z.T. noch nicht auf CDs aufgenommen wurden. Aber auch diese Lieder schreibe ich in englischer Sprache, da ich nur so meine Gefühle richtig interpretieren kann.

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